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2.2 Fastnacht, Karneval in Deutschland – Anfänge und Entwicklung

2.2 Fastnacht, Karneval in Deutschland – Anfänge und Entwicklung

In Deutschland entwickelten sich Fastnachtsbrauchtum und Karnevalsbrauchtum möglicherweise im 11. Jahrhundert. Zumindest hatte zu diesem Zeitpunkt die christliche Ausrichtung des Festes alte heidnische Formen verdrängt. Das älteste schriftliche Zeugnis über die Feier des Fastabends in Köln stammt aus dem Jahre 1341.

Die Fastenzeit stellte im Mittelalter einen radikalen Einschnitt im Jahreslauf dar. Nicht nur der Verzehr von Fleisch, sondern auch der Genuß tierischer Produkte wie Milch, Butter, Käse, Schmalz, Fett und Eier war streng verboten. Dies hatte zur Folge, daß in den Tagen vor der Fastenzeit eigens nochmals geschlachtet und Fleisch in größeren Mengen konsumiert wurde. Dies geschah teilweise im Rahmen großer öffentlicher Gelage. Darüber hinaus war es notwendig, verderbliche Vorräte zu verwerten. So entstanden beispielsweise in Schmalz gebackene, eierhaltige Fastnachtsküchlein oder Fastnachtskrapfen. Die Fastnachtsbräuche, bezogen auf die Elemente gemeinsames Essen und Trinken, entwickelte sich also aus ökonomischen Gründen.

Neben dem Verzicht auf Fleisch und tierische Nahrung gehörte auch das Gebot sexueller Enthaltsamkeit zur Fastenzeit. Junge Paare legten daher ihre Hochzeitsnacht gerne in die Fastnacht und der Tag vor Aschermittwoch etablierte sich als ein beliebter Hochzeitstermin. Aus dem gleichen Grund fanden auch Tanzveranstaltungen unmittelbar vor der Fastenzeit statt. Gemeint sind dabei Tanzveranstaltungen mit Paaren beiderlei Geschlechts, bei denen es nicht immer gerade prüde zuging. So wurden Musik und Tanz zu einem wesentlichen Element der Fastnachtstage.

Im 14. und 15. Jahrhundert kamen Spiel- und Schaubräuche als neue Elemente der Fastnacht hinzu, die vor allem von Handwerksgesellen getragen wurden. Sie reichten von ernsthaften Wettkämpfen und komischen Turnieren über demonstrative Vorführungen wie Pflug- oder Eggenziehen und Lärmorgien bis zu städtischen Umzügen und Theateraufführungen in späterer Zeit. Seit Beginn des 15. Jahrhunderts traten die Akteure dabei zunehmend verkleidet und maskiert auf.

Sowohl die weltliche als auch die geistliche Obrigkeit begegnete dem Fastnachtstreiben am Vorabend zur Fastenzeit weitgehend mit Toleranz, soweit bestimmte festgelegte Regeln eingehalten wurden. Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts trat jedoch eine Veränderung der theologischen Bewertung der Fastnacht ein. Grundlage hierfür war in erster Linie die Zwei-Staaten-Theorie des Kirchenlehrers Augustinus. Während die Fastenzeit mit der "civitas dei" (Gottesstaat) gleichgesetzt wurde, interpretierte man die Fastnacht als "civitas diaboli" (Teufelsstaat). Dies hatte natürlich Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der Fastnacht. Während die Art der Kostümierung und Maskierung bisher eher beliebig gewesen war, tendierte sie nun sehr stark hin zur Darstellung von Negativgestalten. Man trat mit Teufelsmasken und Fratzen auf. Dies entsprach dem kirchlichen Verständnis der Fastnacht als Demonstration einer verkehrten, unheilvollen und gottfernen Welt. 

Einhergehend mit dieser Entwicklung entstand auch eine neue Fastnachtsfigur, die immer stärker zum Repräsentanten der Fastnacht schlechthin wurde: der Narr. Die Figur des Narren wird heute gleichgesetzt mit der eines lustigen Menschen, eines Spaßmachers oder Possenreißers. Ursprünglich war die Bedeutung jedoch weiter gefaßt. Mit dem Narr verband man Dummheit, intellektuelle Beschränktheit, Geistesblindheit oder sogar Geisteskrankheit. Hinzu kommt, daß mit dem Begriff Narrheit auch stets der Aspekt der Bösartigkeit, des Gefährlichen, des Gottesleugnertums, ja sogar der Erbsünde einherging. Der Narr war somit im ursprünglichen Sinn der Inbegriff der verkehrten, heillosen Welt. Er hatte nur wenig mit dem zu tun, was man heute als Fastnachtsnarr oder Karnevalsnarr bezeichnet

 

 

Fastnacht, Fasching, Karneval Bedeutung Brauchtum

1.0 Fastnacht, Fasching, Karneval – Herkunft und Namen 

2.0 Fastnacht, Fasching, Karneval – zur Geschichte
2.1 Römischer Karneval im Mittelalter
2.2 Fastnacht in Deutschland – Anfänge und Entwicklung
2.3 Karnevalisierung der Fastnacht

3.0 Die Narrenzahl 11 - Karnevaltermine Faschingstermine bis 2020

4.0 Fastnachtstage, Karnevalstage
4.1 Schwerdonnerstag, Altweiberfastnacht
4.2 Fastnachtsfreitag, Fastnachtssamstag Fastnachtssonntag
4.3 Rosenmontag
4.4 Fastnachtsdienstag

5.0 Karnevalsprinz, Prinzenpaar, Dreigestirn

6.0 Karnevalslieder

7.0 Fastnachtsgebäck

8.0 Fastnachtskostüme

9.0 Masken für Karneval, Fasching, Fastnacht

10.0 Karnevalsverein Möhnen Fastnachtsverein Altweiber Faschingsverein
10.1 Möhnenverein Möhnen Weiberfastnacht Weiberfasnacht Wieverfastelovend
10.2 Altweiber Altweiberfastnacht Altweiberfasching
10.3  Karnevalsverein Fastnachtsverein Faschingsverein

11.0 Karnevalsurlaub Fastnachturlaub Faschingsurlaub

Büttenrede Guggenbörse Fasnacht Karnaval Carnival

 

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